November 2013

Der Kampf, ein noch besserer Trainer zu werden

Stockmann mit Trainer und Freund Dominik Rab
Stockmann mit Trainer und Freund Dominik Rab

Der Kampf, ein noch besserer Trainer zu werden. Teil 3, Paris

 

Im Landeanflug ist bereits der Eifelturm als Miniatur zu sehen, mittendrin in der Stadt, die sich selbst aus dem All noch als Lichtermeer präsentiert. Auf dem Weg zur NAGA Europameisterschaft ist Andreas Stockmann darauf fokussiert, innerhalb von vier Wochen sein persönliches Triple zu holen – nach seinen ersten beiden Goldmedaillen auf den IBJJF Open in London und München.

 

Im Taxi läuft Funk-Musik und der Fahrer erkundigt sich zunächst erst einmal nach der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, die an diesem Abend gegen Italien antritt. Es ist ein Freundschaftsspiel, was die Frage überraschend passend zum Anlass der Reise macht. Denn Gold zu holen, das ist eine Sache. Andreas Stockmann verfolgt dazu noch einen langfristigen Plan: Von wem lernt der Trainer? Von seinen Wettkampf-Gegnern zum Beispiel. Als Fullinstructor sieht sich Andreas Stockmann genauso wie die Lehrgangs-Teilnehmern und Absolventen der MMA Trainer Akademie in der Pflicht, sich ständig weiter zu entwickelt – in der Theorie und selbstverständlich auch in der Praxis.

 

The american easy way. Am nächsten Morgen zeigt sich wie unkompliziert es die NAGA (North American Grappling Association) den Teilnehmern an ihren Turnieren macht: Anmeldung per Internetshop, Abwaage kurz vor Beginn der Veranstaltung, mit den Daten auf einem kleinen blauen Zettel ab in die Halle zu Ring 5, fertig! Wie es bei einer internationalen Veranstaltung sein sollte, funktioniert die Kommunikation im „Palais des Sports“ in Paris-Levallois auch ohne große Französisch-Kenntnisse gut – auch wenn es an der Verpflegungstheke statt des angeschriebenen Sandwichs natürlich ein dickbelegtes Baguette gibt. Nach einigem Hin und Her bei der Zusammenstellung der Kampfpaarungen für die „executives“ und „directors divisions“, an dem sich auch NAGA Präsident Kipp Kollar beteiligt, geht es erst einmal auf die Tribüne. Auf der riesigen Mattenfläche mit 12 Ringen macht sich inzwischen ein  bunt gemischtes Rudel an Grapplern warm: Sportler von Kind bis „Silberrücken“; im Team oder ganz auf sich selbst konzentriert, laufend, sogar mit Handy am Ohr, mit Dehnungsübungen und rollend auf der Matte.

 

Begrüßung, kurze Ablauf- und Regelerklärung, Startschuss! Man weiß gar nicht wohin man zuerst sehen, welchen Kampf man verfolgen soll. Das ganze hat etwas von einem hochkarätigen Blitzschachturnier. weit weg von der brustgeschwellten Atmosphäre einer MMA Kampfnacht. Erst sind die Mini-Grappler dran, die kurz darauf glücklich mit ihren Medaillen um den Hals durch die Halle trippeln. Gleichzeitig läuft der No-Gi Wettbewerb an, die Spannung steigt! Ab 15 Uhr macht sich Andreas Stockmann bereit und wartet auf seine nächste Goldmedaillen-Chance. Wer sein Gegner ist, bleibt bis zum Schritt auf die Matte unklar. Es ist Jacques Charnet aus Monaco, als professioneller Karate Lehrer ein „alter Hase“ im Kampfsport. Den darauf folgenden, kurzen Kampf beschreibt Stockmann so: „Er ließ mich nicht greifen. Das-geht-so-nicht -weiter! denken und einen Takedown machen war eins. Es war der "Ausschalter". Anschließend fraß ich mich in die Sidecontrol hoch, gab ihm aber mein Kopf - den er dankend mit einer Guillotine angriff. Taraaa, „von Flue“ biss zu und schickte ihn in das Land der Träume und mich auf Platz 1.“

 

Seinen Sieg feierte der frisch gebackene NAGA Europameister Andreas Stockmann am Abend verdient mit einem Glas Champagner und sogar für das obligatorische Foto mit Medaille vor dem Eifelturm fand sich am nächsten Tag noch Zeit. Voilà!